Willkommen bei den Freien Wählern Neulussheim!

NEULUSSHEIM. Papierberge en masse: Jeden letzten Samstag im Monat organisieren die Freien Wähler unter Leitung von Sven Nitsche auf dem Messplatz in Neulußheim die Papiersammlung. Die Bevölkerung hat die Möglichkeit, dort ihr Altpapier kostenlos abzugeben. Seit 2004 wird dies von den Freien Wählern koordiniert. Die Erlöse kommen dabei den jeweiligen Vereinen zugute, die sich jeden Monat mit der Sammlung abwechseln. 

Die Papiersammlung hat bereits eine lange Geschichte. In der Nachkriegszeit waren es die Heimkehrer, die zum Papiersammeln von Haus zu Haus gingen. Das erwies sich aber nur eine Zeit lang als rentabel, also begann die Gemeinde das zu koordinieren und für die Vereine zu öffnen. So entstand die Bring-Sammlung, zu der jeder, einmal im Monat, sein Papier bringen konnte. 2002 kam dann allerdings das neue Abfallwirtschaftsgesetz, das es den Gemeinden untersagte, die Papiersammlung durchzuführen, da die Müllhoheit an den Rhein-Neckar-Kreis ging. 
Hier kamen die Freien Wähler unter der Leitung von Sven Nitsche ins Spiel, der die Koordination von seiner Mutter übernahm, die zuvor für die Gemeinde die Leitung innehatte. Als eingetragener Verein war es ihnen möglich, die Papiersammlung fortzuführen, da sie nicht unter die Bestimmung des Gesetzes fielen. Somit starteten sie 2004 ihre erste Sammlung, zu der sie alle Vereine anschrieben - wie Sven Nitsche erzählt. Glücklicherweise fügte es sich, dass die Rückmeldung der interessierten Vereine sich mit der Monatszahl deckte und man so nicht aussortieren musste. "Es sind auch heute noch dieselben, die seit 2004 dabei sind", erklärt Sven Nitsche. 

Rücksprache mit den Vereinen 

Die Freien Wähler koordinieren die Vereine und Träger zusammen mit der AVR, die ein Entsorgungsunternehmen des Rhein-Neckar-Kreises ist, das die Nachfolge eines Papierverwerters aus Speyer antritt. Für die Organisation sei es wichtig, mit den Vereinen Rücksprache zu halten, so können die Sportvereine nur in der wettkampffreien Zeit und die Kulturvereine müssen auf geplante Konzerte achten, berichtet der Koordinator. 
Die Absprachen werden dann in den Sammlungskalender eingetragen, der anschließend in die Haushalte verteilt wird. Sven Nitsche ist jeden Sammelsamstag zugegen und schaut, dass die Container auch ordnungsgemäß gestellt und abgeschlossen werden. Das ist auch nötig, wie Sebastian Wolf vom HSG Lussheim erzählt: "Manchmal stellen die Neulußheimer die Kartons freitagabends irgendwo verteilt auf den Platz." 

Einsatz eines Pressfahrzeuges 

Die Container gab es nicht immer, so kam einer der vorigen Betreiber mit einem Pressfahrzeug, wie man es von der Müllabfuhr oder dem Sperrmüll kennt. Eine Rolle spielten dabei die Treibstoffpreise, ob mit dem Pressfahrzeug mehrmals gefahren wird oder man Container stellt, die, mit dem nötigen Gerät, in einer Fahrt befördert werden können. Pro Samstag haben die Vereine zwischen 500 und 600 Anlieferer zu verzeichnen, berichtet Nitsche. Und auch das Entsorgte hat sich verändert: "Vor acht bis zehn Jahren brachten die Leute hauptsächlich Kartonage, Werbung und Zeitschriften. Heute ist es viel Entrümpelung und aussortierte Bücher." Telefonbücher, die damals noch regelmäßig kamen, sieht man heute kaum mehr. 
© Schwetzinger Zeitung, Donnerstag, 08.09.2016


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